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Panromanische Lexik
Konvergenz in der Romania
Der überaus größte Teil des romanischen Vokabulars ist panromanisch, d.h. die Wörter sind
"konvergent". Dies betrifft auch den größten Teil der Neologismen, die in den letzten 250 Jahren in die Vokabulare
aufgenommen wurden (z.B. avion, informatique, bombe atomique). Dennoch gibt es seit der frühen romanischen
Zeit auch eine Divergenz, ein Auseinanderdriften der Wörter und/oder ihrer Bedeutungen. Häufig sind dies
Varietäten im Vokabular, die sich parallel entwickelt haben, von denen aber nur einige überlebt haben.
Nehmen wir als Beispiel das Wort für "gehen". Hierfür haben wir auch im Deutschen eine ganze Reihe von
Varietäten, die differenziert sind nach der Art des Gehens: laufen, schreiten, rennen, spazieren, etc.
Das gesprochene Latein hatte ebenfalls eine ganze Reihe von solchen Varietäten: ire, vadere , ambulare, mergere.
Nicht alle davon haben überlebt. Das Rumänische hat das "mergere"als einzige Varietät bewahrt, die übrigen Varietäten
sind z. B. in einem einzigen Verbum des Französischen erhalten: aller (=ambulare), je vais (=vadere),
j´irai (=ire).
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Die Konvergenz ist jedoch eindeutig das bestimmende Merkmal der romanischen Sprachen. Divergenz spiegelt die
Sprachgeschichte und kann sich gelegentlich auch nur durch Bedeutungsdifferenzierungen ausdrücken, so z. B. das im
Prinzip panromanische Wort fr. " sentir". Alle romanischen Sprachen kennen das Wort in der Bedeutung " fühlen", das
Italienische hingegen assoziiert hier die Grundbedeutung " hören".
Mit der Divergenz beschäftigen sich die Profilworte in der Romania. Oft kann man aber auch bei den
Profilworten von einer eingeschränkten "Panromanität" sprechen. Das Wort für "Bier" hat z. B. zwei
romanische Tendenzen integriert: fr. bière, it. birra, rum. bere, gegenüber sp. cerveza, kat. cervesa, pg. cerveja.
Hier ist das eigentlich Neue nur die Form " cerveza", denn bei den übrigen Formen ( bière) handelt es sich auch um
Internationalismen ( Bier, beer).
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